Das Konzept

 

Das Präventionsprogramm Vom Zuhören und Dazugehören hat zum Ziel eine Kultur des Dialogs und des „Sprechen-Könnens“ über Diskriminierung an Schulen zu stärken. Damit möchten wir einen Beitrag zum gleichberechtigen Miteinander in unserer Gesellschaft leisten.

 

Das Programm adressiert Kinder als Personen, die in einer Welt groß werden, in der sie regelmäßig mit diskriminierenden Situationen konfrontiert werden und dazu angehalten werden, diese als selbstverständlich und legitim wahrzunehmen. Bereits in frühen Jahren  beginnt das unbewusste Einüben diskriminierender Überzeugungen und Verhaltensweisen. Ebenso wird früh gelernt Diskriminierung  als „normal“ zu erleben, auszuhalten und geschehen zu lassen.

 

In seiner Konzeption richtet sich das Projekt an die Zielgruppe der 8 bis 11-jährigen Kinder (4. und 5. Klassenstufe). In diesem Alter kommt es zwar wie auch im späteren Alter zu diskriminierendem Verhalten, allerdings steht dahinter noch keine gefestigte Ideologie. Kindern fällt es leichter als Jugendlichen und Erwachsenen, die Widersprüche zwischen diskriminierendem Verhalten und grundlegenden Werten wie Fairness und Gleichheit zu erkennen. An diesem Widerstandspotential der Kinder möchten wir mit unserem Projekt ansetzen und ihr Potential gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit nachhaltig stärken.

 

Inhaltlich soll für diskriminierendes Verhalten in Wort und Tat zu sensibilist und Empathie und Verständnis für Betroffene hergestellt werden. Übergeordnetes Ziel ist es, Verantwortungsbewusstsein und Handlungsfähigkeit der Kinder zu stärken. Den Kindern werden Ausdrucksmöglichkeiten an die Hand gegeben, um erlebte und beobachtete (rassistische und andere) Diskriminierungen erkennen und einordnen zu können. Daran anschließend werden Handlungsoptionen behandelt, wie man sich gegen Diskriminierung wehren kann und wie man bei Diskriminierung einschreiten kann.

 

Zwei erfahrene TeamerInnen besprechen mit den Kindern unter Zuhilfenahme von theaterpädagogischen Mitteln die Themen Verletzung, Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus. Das Element Theater wird an dieser Stelle nicht nur als Auflockerung genutzt, sondern auch, um die Kinder behutsam und spielerisch mit der Thematik vertraut zu machen. Das Sprechen über gesehene Theater-Sequenzen bietet den Kindern die Möglichkeit  mitzureden, ohne von persönlichen Erlebnissen sprechen zu müssen.